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05.10.- 07.10.2007 Tanzcorpsfahrt an den Bodensee

In diesem Jahr führte uns unsere Tanzcorpsfahrt nach Dettingen bzw. Bodmann an den Bodensee. Der Fanfarenzug des Fastnachtsvereines Moorschraten aus Dettingen feierte sein 44jähriges Jubiläum und hatte uns eingeladen. Mit dem Fanfarenzug verbindet uns eine langjährige Freundschaft, die fast 26 Jahre zurückreicht.
Freitag




Freitags ging es schon früh los, um ein Uhr nachts war die Abfahrt geplant. Horst, unser netter Busfahrer sprach noch von einer für ihn ruhigen Fahrt da wir wohl alle schlafen wollten. Das Grinsen konnten wir uns nicht verkneifen, denn wir hatten natürlich nicht vor, den Auftakt zur Tour zu verschlafen! Doch Horst sollte Recht behalten, wenige Stunden später herrschte im Bus Totenstille...

Gegen neun Uhr am Morgen trafen wir in Dettingen ein, wo uns unsere Freunde mit einem tollen Frühstück im Bürgersaal begrüßten. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und stärkten uns mit lecker Kaffee, Tee, Brötchen und Saft.

Frisch gestärkt fuhren wir zur Insel Mainau, der Blumeninsel im Bodensee. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt und ausgiebigem Bestaunen von Pflanzen und Tieren zogen wir schließlich ins Gästehaus Bodmann ein. Nach der Zimmerverteilung - und Begutachtung (weiße Wände, weiße Bettwäsche 1 Tisch, 2 Stühle) wurde überlegt, wie wir die Auftritte am Samstag bewältigen.

Durch die kurzfristige Absage von Eva und Lisa mussten die Tänze wieder umgestellt werden. Das größte Problem war, dass unsere "neuen" von den Schnuppen Ihren Gardetanz bringen wollten, aber jetzt nur noch zu fünft waren. Daraufhin beschlossen wir, den "Marianne-Mix" auszulassen und statt dessen den "Gruß aus Köln" wieder hervorzuholen. Schließlich hatten wir 2 Paare dabei, die den Tanz noch konnten, so dass wir bei diesen Tanz immerhin mit 9 Personen tanzen konnten. Somit einigten wir uns auf den Gruß aus Köln, den Mädchen-Garde Tölzer Schützenmarsch und den Schönfelder Marsch. Da unsere Ex-Schnuppen den Schönfelder Marsch schon geübt hatten, konnten sie hier natürlich auch tanzen.

Es war wirklich schade, dass so wenige von uns mitfahren konnten, viele haben keinen Urlaub bekommen oder konnten keinen nehmen, einige fielen krankheitsbedingt aus. Bei einer so weiten Reise und 2 Auftritten wäre es toll gewesen, mit allen zu tanzen.

Nach diesem unfreiwillig langen Training erkundeten wir die Umgebung in kleinen Gruppen. Bodmann liegt direkt am See, aber leider hatten die Bootsverleiher Ihre Boote schon trockengelegt, so dass wir auf eine Tretbootfahrt verzichten mussten. Statt dessen konnten wir uns ansehen, wie unsere Jungs, Anselm, Sven und Raphael todesmutig in den s..kalten Bodensee sprangen. Und das nicht nur einmal! Wir Mädels hielten gebührenden Abstand und betrachteten das Schauspiel aus der Ferne. Man weiß ja nie...

18:00 Uhr gab's Abendessen und der Abend stand dann zur freien Verfügung. Gut, daß wir das Gebäude fast ganz für uns hatten... ;o)
Samstag




Ab 8:00 Uhr trudelten nach und nach alle zum Frühstück ein, um 10:00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg nach Ludwigsshafen, wo wir endlich Böötchen fahren wollten. Aber auch hier hatten wir Pech. Schnell umdisponiert, legten wir einen Stopp in der "Lochmühle" ein, einem Bauernhof mit Quad-Crosstrecke, Ponyreiten, Streichelzoo und anderen Dingen. Dort vertrieben wir uns die Zeit, bis zur zum Fastnachtsmuseum Schloss Langenfels aufbrechen konnten, dessen Geschichte bis zum Jahr 1100 zurückreicht.

Durch die Führung bekamen wir einen sehr guten Einblick in das Fastnachtsbrauchtum in dieser Gegend, die sich so sehr von unserem kölschen Karneval unterscheidet. Viele Dinge wussten wir auch noch nicht, z.B. hatte sich bisher kaum von uns über die ursprüngliche Bedeutung des "Narren" Gedanken gemacht. Die dort ausgestellten Masken und Kostüme muteten zuweil etwas unheimlich an, aber hinter fast jedem Thema steht eine interessante Geschichte.

Nach diesem Bildungsprogramm ging es schon nach Konstanz, wo wir uns nach einem kleinen Stadtbummel wieder am Bus trafen, um uns zum ersten Auftritt fertig zu machen.

Dieser war auf einem Straßenfest, wo sich die verschiedensten Kulturen präsentierten. Und da durfte der rheinische Karneval doch nicht fehlen! Nach unserem Auftritt kam eine Dame aus Düren auf uns zu und sagte, Sie hätte Tränen in den Augen gehabt, weil Sie mit so etwas im Fasnetland Baden Württemberg nie gerechnet hätte.

Anschließend ging es wieder zum Abendessen zurück ins Gästehaus und anschließend nach Dettingen in die Mehrzweckhalle, wo der Fanfarenzug seine große Festveranstaltung hatte.

Erst einmal konnten wir andere Fanfarenzüge genießen, die den Moorschraten Ihre Aufwartung machten. Dann mussten wir uns schon umziehen und warm machen. Die Tänze haben gut geklappt und das Publikum war begeistert. Mission erfüllt!

Danach feierten wir in Zivil noch weiter bis spät in die Nacht und zeigten den Gästen unter anderem, wie man "Viva Colonia" richtig singt und dass mit "dat Wasser von Kölle" nicht 4711-Kölnisch Wasser gemeint ist. Nachdem dann auch "Die Meckis" aufgehört hatten zu spielen, gab der Fanfarenzug noch einige Ständchen, wobei Anne dann auch kräftig auf die Trommel hauen durfte und sich Anselm nach Jahren noch einmal an der Trompete versuchte. Mit Taxis ging es dann zurück ins Gästehaus, denn unser Busfahrer Horst musste seine vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten.

Sonntag
Ziemlich müde trafen wir am nächsten Morgen im Frühstücksraum ein, anschließend wurden die Zimmer aufgeräumt, gepackt und der Bus beladen. Horst hatte es wieder einmal sensationell und mit viel Gefühl geschafft, den großen Bus in die enge Auffahrt zu bugsieren, so dasswir nicht so weit mit dem Gepäck laufen mussten.
Aber bevor wir endgültig Richtung Heimat aufbrachen, stand noch ein offizieller Termin an. Der Ortsvorsteher, so etwas wie der Bürgermeister von Dettingen hatte uns und einen Panflötenverein aus Sovico in Italien, auch Freunde des Fanfarenzuges eingeladen. Nach Reden von diesem und jenem, Ehrungen, Sekt, Brezeln, Sekt, Geschenkübergaben, Versprechen, sich wieder zu besuchen, einem Ständchen von den Italienern, Sekt, nocheinmal Reden und Geschenken wurde noch schnell ein Gruppenfoto gemacht.

Derart gestärkt fuhren wir noch einmal zur Mehrzweckhalle, wo der Fanfarenzug zum Frühschoppen geladen hatte. Eigentlich sollten wir hier auch noch einmal tanzen, aber dies hätten wir beim besten Willen nicht mehr mit der gleichen Leistung wie am Vorabend geschafft - so eine Tanzcorpsfahrt ist schon ziemlich anstrengend...

Die Italiener hatten noch genügend Luft in Ihren Lungen und machten richtig Stimmung mit Panflöte und den traditionellen Tänzen. Und ohne "Rivers of Babylon" und Zugabe wurden sie auch nicht von der Bühne gelassen. Das man mit Panflöten, die man hier nur von Straßenmusikanten kennt, solche Musik machen kann, wussten wir auch nicht und waren entsprechend baff.

Gegen Mittag machten wir uns dann auf die Heimreise. Horst hatte uns mal wieder mit viel Gefüüüühl durch den Verkehr geschleust, so dass wir planmäßig gegen 21:00 Uhr in Uthweiler ankamen.

Es war mal wieder ein tolles, aber auch anstrengendes Wochenende, mit tollen Freunden und viel Spaß, an das wir noch gerne zurückdenken werden. Und in 2 Jahren, zu unserem Jubiläum, wollen die Dettinger wieder zu uns kommen. Dann zeigen wir mal richtig, wie man hier Karneval feiert!
   
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